Haben Sie die Kon­se­quen­zen im Blick?

Es kommt häu­fig vor, dass unter­neh­me­ri­sche oder poli­ti­sche Pro­jek­te geplant wer­den, ohne evtl. abseh­ba­re Kon­se­quen­zen und Aus­wir­kun­gen genü­gend zu berück­sich­ti­gen und in die Pla­nung mit­ein­zu­be­zie­hen. Die Fol­gen sind, dass der anbe­raum­te Zeit­plan nicht ein­ge­hal­ten wer­den kann (ein klas­si­sches Bei­spiel in letz­ter Zeit ist die Pla­nung des Ber­li­ner Groß­flug­ha­fens Schö­ne­feld), dass der vor­ge­se­he­ne Arbeits­auf­wand und die Kos­ten stei­gen und dass Wider­stän­de gegen das Vor­ha­ben auf­tre­ten, die unter ande­ren Umstän­den nicht auf­ge­tre­ten wären.
Es emp­fiehlt sich also in jedem Fall, die mög­li­chen Impli­ka­tio­nen ange­streb­ter Pro­jekt­zie­le sorg­fäl­tig und umsich­tig ins Auge zu fas­sen, bevor deren Durch­füh­rung geplant und bekannt gemacht wird. Sonst erge­ben sich Situa­tio­nen wie die­je­ni­ge, vor die sich die der­zei­ti­ge grie­chi­sche Regie­rung gestellt sieht, nach­dem sie Hals über Kopf den Staats­rund­funk schlie­ßen ließ, um Arbeits­plät­ze im öffent­li­chen Sek­tor ein­zu­spa­ren. In die­sem Fall spricht nicht viel dafür, dass die Kon­se­quen­zen die­ses Schrit­tes aus­rei­chend bedacht und in des­sen Pla­nung mit­ein­be­zo­gen wur­den. Ganz im Gegenteil.

Was kann es kon­kret hei­ßen, mög­li­che Kon­se­quen­zen und Aus­wir­kun­gen der eige­nen unter­neh­me­ri­schen, poli­ti­schen oder bür­ger­schaft­li­chen Pro­jekt­zie­le in die Pro­jekt­pla­nung miteinzubeziehen?
Zunächst muss das Ziel des Vor­ha­bens klar vor Augen ste­hen. Dann kön­nen Art und Wei­se wahr­schein­li­cher Impli­ka­tio­nen pro­gnos­ti­ziert wer­den. Um sich über die­se Klar­heit zu ver­schaf­fen, kön­nen unter ande­ren fol­gen­de Fra­gen hilf­reich sein:

    1. Wel­che Fak­to­ren müs­sen als Vor­aus­set­zung für die Umset­zung des Vor­ha­bens geklärt wer­den und umfas­send bekannt sein?
    1. ­Wel­cher Anteil der erfor­der­li­chen Akti­vi­tä­ten wird von Ihnen selbst, vom eige­nen Unter­neh­men, der eige­nen Orga­ni­sa­ti­on oder Initia­ti­ve erbracht, wel­cher von anderen?
    1. Sind deren Ver­läss­lich­keit und Leis­tungs­fä­hig­keit bekannt bzw. rea­lis­tisch einschätzbar?
    1. ­Wo könn­ten zeit­li­che Ver­zö­ge­run­gen für die Umset­zung des Pro­jekts auf­tre­ten und wodurch?
    1. ­Wel­che räum­li­chen bzw. ört­li­chen Gege­ben­hei­ten könn­ten das Errei­chen des Pro­jekt­ziels behin­dern, erschwe­ren oder zum Schei­tern bringen?
    1. ­Könn­ten Wider­stän­de und Ableh­nung das Pro­jekt beein­träch­ti­gen bzw. gefähr­den, wenn ja wel­cher Art und von wel­cher Seite?
    1. Wel­che Fak­to­ren könn­ten Sinn und Zweck und damit die Ver­wirk­li­chung des Vor­ha­bens in Fra­ge stellen?

Wer­den die­se Punk­te, am kon­kre­ten Ein­zel­fall ori­en­tiert, abge­fragt und auf ihre Wahr­schein­lich­keit sowie Trag­wei­te hin unter­sucht, so ent­steht damit eine gedie­ge­ne Grund­la­ge für eine ver­läss­li­che Pro­jekt­pla­nung. Denn nun kön­nen gezielt Maß­nah­men erwo­gen, in die Pla­nung mit­ein­be­zo­gen und ter­mi­niert wer­den, wel­che geeig­net sind, den wahr­schein­lichs­ten Kon­se­quen­zen vor­beu­gend ent­ge­gen­zu­wir­ken oder die­se auf­zu­fan­gen, soll­ten sie eintreten.
Das Ein­be­zie­hen wahr­schein­li­cher bzw. abseh­ba­rer Kon­se­quen­zen trägt maß­geb­lich dazu bei, Pro­jekt­pla­nung und ‑umset­zung rea­lis­tisch, sach­ge­mäß und erfolg­rei­che zu gestal­ten. Und dar­um geht es.

Nothart Rohlfs